Tue mehr mit Ungefähr. 14 Tage vor Tourstart.

Da sitz ich nun also und packe. Immer, ständig, überall. Da noch ein Teil bestellen, was irgendwie noch fehlt. Dort noch etwas, das ich bei anderen Reisenden gesehen habe und plötzlich für überlebensnotwendig halte. Hier was schrauben, da was packen, hier was suchen, da was finden.

Ihr glaubt gar nicht wie froh ich bin, wenn ich endlich im Flieger sitze. Mit den Sachen die dabei sind. Nicht mehr. Nicht weniger. Alles was planbar war ist dann getan, Material nach bestem Wissen gepackt, der Flybus gebucht, das Rad eingecheckt und mit dabei, die erste Nacht gesichert.

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Please stay on the line…Wow Air Calling

Und jetzt mach ich mich als “Teilzeitnomadin” für euch mal ganz nackig. So richtig. Denn:

Ich hasse wirklich nichts mehr als Packen!

Zugegebenermaßen ist das nicht grad die beste Voraussetzung für meine Jobs und Leidenschaften. Dennoch: Diese Phase vorher macht mich einfach fertig. Es herrscht eine Mischung zwischen Aufregung, großer Freude und genervt sein. Irgendwo dazwischen befindet sich mein Ich. Ein kleines Logistikunternehmen. Schließlich habe ich mich noch nie so oft bei dem Erhalt von neuem Material sagen hören “Oh, das ist aber schwer!”, und in Gedanken ordne ich es schon in ein virtuelles Fach in eine der Taschen ein.

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Packen reloaded..Ich sehe rot 🙂

Ich packe trotzdem. Und ich bin aufgeregt und freue mich wie ein kleines Kind. Ich kann aber ganz schlecht warten. Und ich neige zum Perfektionismus. Das ist wirklich sehr schwierig. Denn: Ich muss gerade lernen, dass sich so eine Tour nunmal nicht bis ins allerkleinste Detail planen lässt.

Und genau das soll sie ja auch nicht.

Pareto-Prinzip eben. Mal wieder. Da hab ich ja schonmal erfolgreich drüber berichtet. Aber manchmal entfällt mir dieses Prinzip eben.

Nun fällt es mir aber wieder ein. Und ich muss mich wirklich bremsen und einfach mal runterkommen. Genießen. Vorfreuen. Alles ist optimal – also im Rahmen meines Wissens und meiner Möglichkeiten – vorbereitet. Mehr kann ich nun wirklich nicht tun. Oder sollte ich?…

Deshalb hängt nun auch seit gestern das Soziokratieprinzip über meinem Schreibtisch:

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Teilzeitnomaden Office

Tue mehr mit Ungefähr.

Mein Dank geht mal wieder an die Kommunikationslotsen, die mir dieses Zitat nach einem meeting gestern mit gegeben haben. Kaum das DIN A 4 Blatt in der Tasche, fühlte ich mich gleich entspannter.

So nimmt das Projekt Island nun langsam Fahrt auf: Das Rad ist durch die Inspektion, die Gepäckträger montiert und diverses Zubehör am Start. Ich warte auf die letzte Lieferung eines großen Outdoorshops, die Transportbox ist reserviert (gut, das Auto für den Transport der Transportbox fehlt noch, aber auch das wird sich finden..), Wow Air nimmt mein Rad auch tatsächlich mit (Räder sind immer nur “Standby”, falls der Vogel zu voll ist, darf das Rad nämlich nicht mit), ich bin gut gegen Regen gewappnet, habe auch die GoPro mit dabei, um für euch zu dokumentieren, ob das auch wirklich so ist, und…last but not least…

GoPro Teilzeitnomaden
…nehm ich übrigens natürlich nicht alles mit!

zieht Island ins EM Finale ein!

Und ich schaue irgendwo am gefühlten Ende der Welt, zu 7€ teurem isländischem Gerstensaft aus der Dose und Tütennahrung für Abenteurer gemeinsam mit den Elfen und Trollen das Endspiel.

So oder so ähnlich wird es werden. Ich glaube, ich bin einfach nicht fürs Warten gemacht. Muss dann irgendwann los. Sonst werd ich wahnsinnig..

Also, für euch, nochmal zusammenfassend für den etwas wirren Zwischenstand:

Ich freu mich wie bolle und würd am liebsten gleich los!

Nun muss ich aber noch 14 Tage warten. Ist aber vielleicht auch nicht das schlechteste weil: Neue Handschuhe fehlen nämlich noch! Und morgen wird nochmal das Zelt gecheckt. Das kölsche Wetter gibt sich ja alle Mühe, meinen Aufenthaltsort der nächsten Wochen zu simulieren.

So, ich muss gleich das Islandspiel schauen. Noch ohne Trolle und Elfen..

Bald mehr aus dem organisierten Chaos.

Tanja Ney Teilzeitnomaden

Ahoi & bis bald,

Tanja Ney

 

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