Mir reicht Wolke 4 nach wie vor nicht. Warum auch!?

Tanja Ney Wolke 4 Blog

Anfang 2017 hab ich meinen Wolke 4 Artikel geschrieben. Eben hab ich ihn nochmal gelesen und noch immer für gut befunden. So gut, dass ich gern nochmal anknüpfen möchte. Denn:

Auf einige Fragen habe ich mittlerweile Antworten gefunden. Manche wusste ich auch damals schon zu beantworten. Und manche wiederum werde ich vermutlich niemals beantworten können. So wie das eben mit Fragen ist. Die sind schon ne eher seltsame Spezies. Bewegen so vieles, treffen aber nicht immer auf ihren Gegenspieler, die „Antworten“. Und dann steht man da mit all seinen Fragezeichen.

Im Januar waren meine Antworten auf das „Warum nur?“ die folgenden:

„Weil ich gern Abenteuer erleben will. Weil ich mich nicht einfach zwei Wochen an irgendeinen Sandstrand legen kann. Weil ich gern meinen Grenzen die Hand schütteln und sie dabei noch ein wenig drücken möchte. Weil ich mir selbst vertraue. Weil ich Island liebe. Weil ich ein Urvertrauen in die Dinge und in meine Entscheidungen habe, dass schon alles richtig und gut sein wird. Und weil ich dafür immer und immer wieder belohnt werde. Weil ich mich auch für ein eher unsicheres „Teilzeitnomaden“-Dasein entschieden habe und dieses Lebensgefühl in keiner Sekunde missen möchte. Weil ich einmal im Leben eine Wolke berühren möchte. Weil Island unberechenbar ist. Weil ich Schafe lieber mag als Menschen. Manchmal. Weil ich Lust auf Momente und Begegnungen habe von denen ich noch lange erzählen kann.“

Word! Das kann ich wohl genauso unterschreiben. Und ist es nicht verrückt, dass ich mir vorher schon ausmalen konnte, dass dies auch nach diesen verdammten 1200 Kilometern meine Antworten sein würden?

Warum das so ist?

Weil ich mich lang genug kenne. Weil ich dem Prozess vertraue. Weil ich davon überzeugt bin, dass eine Entscheidung immer richtig ist, wenn man sie von Herzen trifft.

Mir reicht Wolke 4 nach wie vor nicht. Warum auch!? 

Und ich bin mehr als froh darüber, dass ich mich nicht hab beeinflussen lassen. Von den Fragen nach Angst und Unsicherheit. Von dem Gefühl des Unbekannten.

Rückblickend kann ich sagen: In keiner einzigen Sekunde hatte ich Angst auf meiner Tour. Respekt, klar! Aber das wäre ja auch nahezu unmenschlich, wenn das nicht so wäre. Ein Spaziergang war die Aktion sicher nicht.

Und klar hatte ich auch Zweifel.

Ganz leise, flüsternd..irgendwo da hinten in meinem Kopf. Aber das Herz hat lauter geschlagen als der Kopf. Und die Gedanken haben sich irgendwann verflüchtigt. Als ich gesehen habe, dass es funktioniert.

Die Frage nach der Angst ist wohl die häufigste Frage, die mir gestellt wurde. Vor und auch nach der Tour. Was hätte nicht alles passieren können. Ja..was hätte nicht alles passieren können? Ist es aber nicht.

Die zweite Frage, die mir gerade oft gestellt wird ist die, ob ich allein gut klargekommen bin. Erst heute meinte wieder jemand zu mir, dass er das sicher nicht ausgehalten, vermutlich gar nicht erst versucht hätte. Auch da kann ich nur wieder sagen: Einfach mal machen! Rausgehen. Alleine. Sich selbst vertrauen und durch die Erfahrung lernen, dass es möglich ist. Und dass man doch viel mehr im Griff hat, als man glaubt.

Neulich in einem Interview habe ich gesagt,

..dass ich glaube, man muss dem Leben einfach auch mal Vorschusslorbeeren geben. Um dann die Dinge auszuprobieren und die Erfahrung zu machen, dass es auch funktioniert. 

Mein Lebenskonzept funktioniert genau so. Nur erlebte Dinge können wirklich etwas verändern. Nur der Gedanke etwas tun zu wollen reicht nicht aus.

Du kannst eine Idee haben, von dem was du tun willst. Du kannst Wünsche haben, Träume. Du kannst den ersten Schritt planen und ein Ziel anvisieren. Das alles passiert in deinem Kopf. Und dann gehst du los. Und bist Teil deines Plans. Setzt ihn in die Realität um, und wirst plötzlich Teil deines eigenen Projekts.

So hat es sich für mich angefühlt und im Nachhinein kann ich sagen: Das war – genau so – gut so! Vertrauen darauf, dass ich schon kluge Entscheidungen treffen werde. Niemand kennt mich so gut, wie ich mich selbst. Und wann bekommt man schonmal die Möglichkeit, sich so intensiv mit sich selbst auseinanderzusetzen?

Deshalb kann ich nun rückblickend sagen: Ich habe in keiner Sekunde bereut, alleine losgegangen zu sein. Wirklich, in keiner einzigen Sekunde. Und was soll ich sagen? Das hinterlässt doch ein unglaublich gutes Gefühl. von Freiheit.

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