Was mache ich hier überhaupt? Und wo ist eigentlich nochmal genau zuhause?

Das ist eine gute Frage. Sieht man meine Bilder, dann sieht es ja schon schwer nach Urlaub aus.

Ist es aber nicht. Zumindest nicht immer. Klingt komisch, ist aber so. Denn: Ich habe meine Leidenschaft für das Reisen und Draussen sein nunmal einfach zum Beruf gemacht.
Das führt häufig zu Missverständnissen, wenn ich mal wieder braun gebrannt zurück komme: „Na Du Urlauberin!“ oder „Warst du etwa schon wieder weg?“ höre ich dann. Mein persönliches Highlight immer und zu jeder Zeit: „Wie, du willst auch noch in den Urlaub fahren?“. Ich bemerke, dass es mich irgendwann zu nerven begann. Irgendein roter Knopf wird da gedrückt. Und klar, ich bin mir dessen bewusst, dass ich mit Bildern und Texten von unterwegs diese Ansprachen schüre.

Das wiederum liegt daran, dass ich selten in der Lage bin, Bilder von den stressigen Seiten meines Jobs zu veröffentlichen. Aus Datenschutz- und zeitlichen Gründen. So versuche ich also, das [auch mal] Unangenehme mit dem Nützlichen, Schönen zu verbinden. Ich möchte möglichst viele Menschen teilhaben lassen an meinen Abenteuern. Und andererseits wünsche ich mir natürlich Wertschätzung für die Dinge die ich da tue. Die Wahrheit liegt, wie immer im Leben, irgendwo dazwischen. Zwischen Blog und Realität.

Neulich hielt ich ein Medienseminar zum Thema „Kommunikation & Medien“ für junge Erwachsene. Wir sprachen unter Anderem über unsere Kommunikation in sozialen Netzwerken. Schizophren daran ist: Die meisten sind genervt davon, dass sich alle nur von ihrer „Schokoladenseite“ zeigen. Auf der anderen Seite sind aber die meisten auch genervt, wenn jemand dort nur rumjammert und erzählt wie schlecht es ihm geht. Wir Menschen sind schon kompliziert. Finde ich.

Deshalb schreibe ich diesen Post. Ich möchte euch teilhaben lassen an meinen Projekten. Und der überwiegende Teil wird sich mit den schönen Dingen des Lebens befassen. Eben deshalb, weil ich die meiste Zeit in einer schönen Umgebung arbeite und lebe oder aber interessante Menschen und Orte kennenlerne. Dahinter steckt aber auch eine ganze Menge an Schweiß und Blut, viele lange Tage und Nächte und eigene Grenzerfahrungen auf See oder in anderen Kontexten. Auch davon werde ich berichten. Wenn ihr mögt.

Das „Du Urlauber“- Thema nehme ich mittlerweile mit Humor. Ich habs mir eben ausgesucht. Und wenn mir heute schon wieder jemand sagt „Du hast es gut. Schon wieder weg. Schon wieder in der Sonne.“ Dann kann ich nur müde lächeln. Denn ich weiß, wie es manchmal eben auch ist, so viel unterwegs zu sein. Welchen Preis man dafür bezahlt, und dass am Ende nicht wirklich jeder dazu bereit ist. Dass eine 12 Stunden Anreise zum Job genauso nerven kann wie die Jugendlichen, die ich dort treffe. Dass die sozialen Kontakte auf ein Mindestmaß schrumpfen, wenn man nicht digital immer up to date bleibt. Dass der persönliche Freiraum unterwegs durchaus auch sehr beengt sein kann. Dass man nicht bei allen events und wichtigen Ereignissen zuhause dabei ist. Und dass der ständige Wechsel zwischen zwei Lebenswelten einen auch in den lebensphilosophischen Wahnsinn treiben kann.

Deshalb. Die Mischung machts. Und ich würde mich grad nicht anders entscheiden wollen. So hab ichs mir halt ausgesucht. Und freue mich, darüber zu bloggen. Und ich freue mich natürlich, wenn ihr mich bei meiner Reise begleitet.

Einen tollen anderen Blogartikel möchte ich euch an dieser Stelle mit auf den Weg geben, da er mitten in mein Reise- und Abenteuerherz trifft und zum Thema passt: „Bist du ein Traumjäger“ von Bettina Janssens. Viel Freude damit. **

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