Bulli | Van Cat Rescue Team cologne on Tour

Kleine Katze – große Wirkung. Im Grunde genommen ist die Story hinter unserem kleinen Feuerwehreinsatz am Campsite in Figueira schnell erzählt.
Der Morgen beginnt tiefenentspannt mit meiner ersten Begegnung am frühen Morgen. Der Camp-Kater entdeckt mich auf dem Weg ins Bad und schlurft neben mir lang, begleitet mich zum Platz und macht es sich auf dem Stuhl neben mir gemütlich. Dreht sich ein. Bekommt eine Decke in Form meines Strandtuchs von mir und schläft tief und fest. Nehme an die Nacht war schon was kalt und ungemütlich. Wir hängen dort also gemeinsam rum, eröffnen den Camptag und ich genieße meinen ersten Kaffee. Bester Moment am Tag. Immer.

Irgendwann öffnet sich die Bullitür – genau, die die sich sonst nie schließen ließ – und Andrea kommt zum Vorschein. Ich deute auf unseren Besuch und somit auch an, dass der zweite Stuhl ja nun leider besetzt sei. Beim gemeinsamen Kaffee bemerkt Andrea ganz nebenbei: “Ach, da ist ja noch ne Katze.” Ich: “Äh, wo? Und wer? Ich kenn ja nur den hier..” Andrea ganz selbstverständlich: “Da oben im Baum.” “WHAT!?”

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So ist denn aber auch tatsächlich. Da sitzt ne Katze im Baum. Neben unserem Bulli. Na prima. Was also tun? Wir beobachten das ganze Szenario mal um zu entscheiden, ob sie da wohl allein wieder runterkommt. Irgendwann kommen wir zu dem Entschluss “Nee, das wird nix.” und beschließen zu handeln. Aber was tun?

Ich frage beim Staff nach, ob sie was tun können oder eine Leiter parat haben. Nee, haben sie nicht. Und das Kätzchen kommt auch von allein wieder runter. Glaubste… Die ist echt hoch! Also ich hab ja selbst zwei Miezen und zumindest eine davon kann klettern. Ich weiß, dass diese Spezies da sehr flexibel ist. Aber dieser Baum ist wirklich (!) hoch!

Wir warten also weiter. Irgendwann entdecke ich den Platzwart. Er spricht weder Englisch noch Französisch. Ich tanze also den Satz “Da sitzt eine Katze sehr weit oben im Baum.” und miaue im Wald stehender Weise vor mich hin, damit er weiß welches Tier gemeint ist. Er erklärt mir irgendwie auf Portugiesisch, dass die schon runterkommt.

Als deutsche Touris kommt man sich dann auch schnell unglaublich blöd vor, wenn man um eine Katze im Baum besorgt ist. Die Portugiesen nehmen es mal wieder mit sehr viel Gelassenheit und haben da irgendwie eine andere Haltung zu, so scheint mir.

Als ich irgendwann beschließe, den Bulli so nah es geht an den Baum zu stellen. um dann darauf und zumindest näher an die Katze zu klettern, kriecht unsere Nachbarin aus dem Zelt und entdeckt unser Problem. “Nein, das ist nicht unsere Katze. Aber it feels like…mittlerweile.”

Sie ist Portugiesin, spricht nur ein paar Brocken Englisch und wir versuchen mit Händen und Füßen eine Lösung zu finden. Sie gibt mir zu verstehen, dass sie die Bombeiros – die Feuerwehr – rufen will.

 

Hui, hier wird uns wirklich noch was geboten.
Die Miez klettert in der Zwischenzeit mal höher, mal wieder zurück. Maunzt ständig und ist sichtlich platt von dem ganzen Theater.

Wir so langsam auch. Mir vergeht die Lust auf Frühstück und überhaupt hänge ich jetzt mal die Leine ab und parke unseren Tisch um, damit sie nicht auch noch darauf fällt oder sich erhängt. Ich fühle mich gestresst und bin frustriert, weil ich ja “im normalen Leben” schließlich auch als Klettertrainerin arbeite und grad nicht fassen kann, dass ich da nicht hochkomme.

Nach endlos langen Diskussionen mit dem Personal und sehr unterschiedlichen Haltungen zum Thema Tierrettung kommen schließlich die Bombeiros und versuchen die Mieze vom Baum zu locken. Klappt nicht. Hatten wir auch schon mit Fisch versucht. Der dann stattdessen vom Kater gefressen wurde. Der übrigens auch gern mal auf den Baum geklettert wäre, als er die andere Mieze entdeckte. Ist er dann aber dank Fisch doch nicht. Das fehlte jetzt auch grad noch.

 

 

Das Spektakel wird natürlich von sämtlichen Nachbarn am Platz beobachtet, gefilmt, fotografiert. Ach ja. Warum wundert es mich nicht, dass es gerade mal wieder neben unserem Platz stattfindet!?

 

 

Andererseits hat sich die Mieze den Baum schon gut ausgesucht zwischen uns drei Tierfreunden.

Am Ende klettert einer der Feuerwehrjungs auf einer mal wirklich langen Leiter, ungesichert nach oben, die Katze klettert dabei aber munter weiter höher. Blöd, wenn man so scheu ist, bei so Rettungsaktionen. Es wird geturnt, gewackelt und miaut. Ich kann kaum hinschauen.

 

Irgendwann purzelt die Miez vom Baum. Mein Herz bleibt fast stehen.
Aber die Mieze landet auf den Füßen und rennt was das Zeug hält weg und einmal rund um den Platz um rauszukommen. Nur schnell weg hier! Puh…

Was eine Aktion. Und alles nur wegen ein paar Worten…”Guck mal, da ist ja noch ne Mieze. Na im Baum!” Ja wo denn auch sonst?, mag man sich fragen…

Ich jedenfalls habe gelernt, dass eine der Standardfragen, sollte man nochmal auf einen Campsite gehen, sein sollte, ob es eine lange Leiter gibt. So für Notfälle. Und wie man so zum Thema Tierschutz steht.

Und überhaupt habe ich von unserer Nachbarin nochmal gelernt “We are all humans!” Muito obrigada Catarina! We made it through this adventure with english, portugese, lots of hand and feet communication and – even – with the heart!

Gut, dass Catarina, übrigens Lehrerin aus der Gegend, die sich für Korrekturen und ein paar To Dos für “Forrest Office” allein im Zelt entschieden hatte, ihr Zelt so nah bei uns aufgeschlagen hatte.

Wenn das mal kein Zufall war..

In diesem Sinne. Ich hoffe, der Miez geht es gut und sie hat aus der Kletteraktion gelernt. N bisken hoch für son Kratzbäumchen war das dann vielleicht doch.

Wie die ältere Dame aus Great Britain dann auch so schön zu mir sagt: Now you can go on. With a happy end!” Wir wollten nämlich längts weitergefahren sein an diesem Tag. Aber bei Katze mit Höhenangst. Da kannste ja nicht einfach abhauen und die sitzen lassen da oben..

Wie “The Dodo” sagt: For the love of the animals. Pass it on. <3 **

Der hier wollte dann übrigens gern mit. Kein Wunder..Wir haben ihn dann aber doch besser mal vor Ort gelassen. Schweren Herzens..

 

 

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